Trainerin und Altersklasse-Weltmeisterin

„Nicht die Menge an Einheiten macht kaputt, sondern die Geschwindigkeit!“

Lidia Zentner ist eine gute Motivatorin. Das schätzen ihre Trainingskollegen und Laufgruppen an ihr. Als Trainerin gibt Sie gerne ihre Erfahrung und Begeisterung weiter und ist daneben bis heute eine selbst aktive und äußerst erfolgreiche Läuferin.

„Nicht die Menge an Einheiten macht kaputt, sondern die Geschwindigkeit!“, ist dabei ihr Credo. Sie sieht sich somit trotz aller Begeisterung für den Laufsport selbst als „Bremserin“, die die sportliche Überforderung ablehnt.
Dabei ist die 64-Jährige mit diesem Trainingskonzept dennoch sehr schnell geworden: Noch vor drei Jahren lief bei der Deutschen Straßenmeisterschaft über 10km eine Zeit von 38:56min und damit Altersklassen-Weltrekord. 2017 sicherte sie sich bei der DM in Bad Liebenzell die Goldmedaille in der W60. In Deutschland kommt derzeit kaum eine Athletin ihres Alters an sie heran.
Dabei sind ihre Lieblingsstrecken die Rennen ab 800m auf der Bahn. Von der Mittelstrecke her kommend macht ihr das einfach am meisten Spaß. Längere Strecken ging sie allerdings auch schon an und gewann dabei 1995 und 1996 den Karlsruher Halbmarathon.

Seit den 1970er Jahren lebt die gebürtige Polin in Pforzheim, fühlt sich als Badenerin und in der Stadt stark verwurzelt. Daher startet sie für den Leichtathletikverein „Gazelle Pforzheim“ und betreute dort zuletzt den Junioren-DM-Starter Kevin Tepe von der TSG Niefern. Ansonsten gilt der Hauptaugenmerk ihrer professionellen Trainertätigkeit der Betreuung von Laufgruppen aus Vereinen und Firmen. Reine Frauengruppen leitet sie ab und zu. Einfach weil sich manche Teilnehmerinnen besser fühlen, wenn sie unter sich sind. Sie räumt jedoch ein: „Gemischte Gruppen sind lustiger!“.
Lidia Zentner gibt gerne konkrete Tipps, wenn es ums Laufen geht. Einsteigern empfiehlt sie: „Einmal in der Woche ist zu wenig, zwei bis drei Mal ist gut.“ Und sich dabei nicht von der Geschwindigkeit kaputt machen lassen! Außerdem ist ihr wichtig: „Haltung muss beim Laufen sein – der Oberkörper durchgestreckt und mit dem Mittelfuß aufkommen“.

2018 will sie bei der Senioren-WM im spanischen Malaga bei allen Wettbewerben ab 800m auf der Bahn starten. Da könnte durchaus der eine oder andere Weltmeistertitel in ihrer Altersklasse zu holen sein.

Text: Hannes Blank in RUNREGIO 2018, Foto: Lidia Zentner privat

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