Laufend hoch motiviert

Ralf Arnold – Der besondere Weg als blinder Marathonläufer

Vom Radsport kam er zum Laufen und vom sehenden Einzel-Athleten wandelte er sich zum immer weniger und schließlich gar nicht mehr sehenden Teamplayer. Ralf Arnolds sportliche Karriere durchlief vielfältige Veränderungen. Eine fortschreitende Netzhautdegeneration ließ den heute 46-Jährigen Anfang 2000 bis 2006 schrittweise erblinden. Zunächst dachte er  enttäuscht, seine sportliche Zeit sei damit am Ende.

Doch dann stieß er bei der MTG Mannheim auf sogenannte „Guides“. Diese hatten Lust, mit ihm gemeinsam zu trainieren und das klappte zunehmend besser. Mehrere Deutsche Meistertitel schaffte er so gemeinsam auf dem Rad-Tandem. Später fand er über den Duathlon zum Laufsport. Dabei ist er mit seinem Begleiter über ein ca. 50cm langes Band ‒ das beide in den Händen halten ‒ verbunden. Das funktioniert zwischenzeitlich bereits so gut, dass er sogar den anspruchsvollen und Trittsicherheit fordernden Heidelberger Trailmarathon zusammen mit seinem Guide Matthias Rosenkranz (siehe Foto) bewältigen konnte. Fast hätte er sich 2016 für den Marathon bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro qualifiziert. Obwohl er erst 2013 seinen ersten Marathon anging, schafft er zwischenzeitlich die Distanz bei guter Vorbereitung in unter 3 Stunden.

Am liebsten geht er übrigens in der Mittagspause laufen. Bei seinem Arbeitgeber, dem großen Walldorfer IT-Unternehmen mit 3 Buchstaben, findet er problemlos Begleiter. Auch die flexible Arbeitszeitregelung dort kommt ihm hier entgegen. Wenn die Mittagspause wegen einer größeren Laufrunde somit länger dauert, lässt sich die Arbeitszeit einfach am Abend verlängern. Zudem liegt ihm diese Tagesaufteilung auch: „Beim Laufen bekomme ich den Kopf frei und freue mich, mich mit den Kollegen auch über Nicht-Berufliches austauschen zu können“. Überhaupt ‒ das größte Pfund von Ralf Arnold ist wahrscheinlich seine überschäumende Motivation und Lauf-Lust. Diese wirkt auf viele richtig ansteckend.

Text: Hannes Blank aus RUNREGIO 2017, Bild: Rhein-Neckar-Picture

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