Junger Wilder & „Baden-Pfeil“

Frederik Unewisse – Erster Marathon mit 23 Jahren in 2:22:45 h

Das Jahr 2016 war sportlich wohl das erfreulichste für Frederik Unewisse. Zunächst der Sieg beim Halbmarathon in Karlsruhe und 5 Wochen später in  Frankfurt die Marathonpremiere in 2:22:45 h. Auch wenn ihn eine Fersenverletzung bis in den Sommer hinein plagte ‒ zum Schluss lief es immer besser. Rund 110 km/Woche in den letzten 10 Wochen der Marathonvorbereitung ‒ eine Woche mit 170 km eingerechnet. So ein durchschnittlicher Umfang ist nicht viel, wird da vielleicht mancher Freizeitsportler sagen. Doch die Einheiten waren sehr vielfältig und teilweise äußerst anspruchsvoll: u.a. ein 35 km Lauf, mit den ersten 25 km in ca. 3:35 min/km und zum Schluss noch flotte 10 km in 32:30 min.

Doch Frederik Unewisse gefallen solche langen Einheiten durchaus. Am  liebsten mit Trainingskollegen ‒ wie Simon Stützel (dem Gewinner des Baden-Marathon) und Fahrradbegleitung. Natürlich braucht es für solche Belastungen neben Begabung und Motivation auch viel Disziplin. Schließlich ist Frederik Unewisse hauptberuflich rund 36 h/Woche beim Finanzamt Karlsruhe im mittleren Dienst beschäftigt. Somit ist er reiner Amateur. Allerdings ein extrem guter ‒ von dem man durchaus noch lange hören könnte.

Angesprochen auf sein vergleichsweise junges Marathonalter meint er gleich, dass zunehmend mehr Läufer relativ jung den Marathon angehen. Callum Hawkins aus Großbritannien, der beim diesjährigen olympischen Marathon Neunter wurde, sei auch erst 24 und die deutsche Marathonhoffnung Hendrik Pfeiffer, der 2016 für Olympia vorgesehen war, ist sein Jahrgang. Damit ist von der Orientierung und Motivation noch Luft nach oben. Als Anwärter auf vordere Plätze von 10 km bis Marathon muss man mit Frederik Unewisse nicht nur in der Region rechnen.

Text: Fried-Jürgen Bachl in RUNREGIO 2017, Foto: Marathon Karlsruhe e.V.

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